2. Auf nach Barcelona!


09.04.2010 - Es geht los!

6.00 Uhr Abfahrt bei 4 Grad. Ich bin froh im Auto zu sitzen. Hoffentlich bleiben die Kühe auf dem Hänger. Um 7.00 Uhr treffen wir uns mit Norbert und Jürgen bei Kassel auf einem Rasthof. Die Kühe der beiden stehen wie verwachsen fest auf dem Hänger. Irgendwer sollte bald ein grosses Bier ausgeben... Wir fahren durch ganz Deutschland bis Freiburg, dann durch halb Frankreich bis Lyon. Alles ohne Staus und der Beifahrer kann immer eine Runde dösen. Welch ein Motorradluxus.

Um 17.00 Uhr kommen wir auf dem Hotelparkplatz in Lyon an. Der ist schon voll mit Motorrädern, viele davon sind per Hänger nach Lyon gekommen. Ein kleiner Schock: 68 Motorräder, von der Harley bis zur KTM alles vertreten. Kann man mit so vielen Leuten überhaupt in der Gruppe fahren? Hauptsächlich findet man natürlich Kühe jeglichen Typs und Alters. Anfangen von Reinalds R75 /5 Bj 71 bis zu Norberts R1200GS Adv mit 900 Kilometern auf der Uhr.

Abends gibt es ein nicht so tolles Essen für 20 Euro im Hotel. Das Bier für günstige 7 Euro. Irgendwie hatte die Reise doch Halbpension, doch das galt wohl nicht für die Frankreichübernachtung. Das haben einige erst hier mitbekommen, wir inklusive. Das Bierproblem löst unser Gepäckfahrer Axel, der zum Glück einiges Sondergepäck in Form von Paletten mit Bier dabei hat. Also gibts am Gepäckwagen (welch Luxus für einen Motorradfahrer) ein erstes Kennenlernen mit anderen Mitfahrern bei kühlem Dosenbier. Wenn der Hotelmanager den Bierpreis halbiert hätte, vermutlich hätten die durstigen Kehlen den Bierumsatz des Jahrzehnts generiert. Egal, bei Axel schmeckts eh besser.

10.04.2010 - Abfahrt mit Startproblemen

6.00 Uhr Wecker, 7.00 Uhr Frühstück, 7.30 Uhr Gepäckverladung, 8:00 Uhr Abfahrt. An diesen Takt sollte man sich schonmal gewöhnen. Wenn da nicht meine Q uns einen Strich durch die Rechnung gemacht hätte. 3x starten nach einer Nacht bei 0 Grad sind einfach zu viel für meine 7 Jahre alte Erstausrüstungs-Batterie. Anschieben klappt nicht. Also Starthilfe vom Auto. Zum Glück weiss ich, wo man schnell an "Plus" kommt und meine Q hat immerhin noch Bordwerkzeug um die Verkleidung des Anlassers abzuschrauben. Der Start klappt problemlos. Nur das ungute Gefühl bleibt: Gibt die Batterie jetzt ihren Geist auf? Bekommt man so eine Batterie in Marokko? Sollten wir gleich in Frankreich oder Spanien eine kaufen? Immerhin halte ich nicht die 68 Motorräder auf, da wir ab jetzt in Kleingruppen mit je einem Tourguide fahren. Unser Guide Thomas mit seiner R1200RT führt unsere "grüne" Gruppe an. Zur Erkennung gibts ein grünes Bändchen an den Gepäckträger. Passt gut zu meinen grünen Felgen.

Die ersten 600 km bis kurz vor Barcelona fahren wir nur Autobahn, da wir nicht so spät im Hotel ankommen wollen und das eigentlich Ziel ja Marokko ist. Die letzten 20 km biegen wir dann doch auf die Küstenstrasse ab. Das hat zur Folge, dass sich unsere Ankunftszeit auf meinem Navi mit jedem Kilometer verlängert. Nach vielen Stopps und dichtem Küstenverkehr kommen wir dann mehr als 30 Minuten später als die vom Navi geplante Zeit in Callela an.

Nach einem leckeren Buffetessen (diesmal 0 Euro) lassen wir den Abend in einer holländischen Bierkneipe mit lauter fussballverückten holländischen Schülern ausklingen und schlendern danach noch ein wenig durch die Nacht. Morgen gehts weiter richtung Afrika!

11.04.2010 - Einschiffung

0 Sterne Frühstück in einem 4 Sterne Hotel. Dem O-Saftautomaten ist das Konzentrat ausgegangen (leckere trübe Wasserbrühe mit leichten Orangenfarbstich) und der Kaffeeautomat ist eine Katastrophe. Es gibt nur einen, der braucht viel zu lange für einen einzigen Kaffee und der schmeckt dann auch noch nach alten Socken. Das Hotel ist sonst ok, aber wer kommt auf die Idee einen Einzeltassenautomaten in einen Frühstücksraum für 200 Leute zu stellen? Vielleicht sollte Axel bei der nächsten Reise zu den Dosenpaletten noch eine Kaffeemaschine stellen.

Heute gehts ab auf die Fähre. Die 55 km nach Barcelona sind schnell gefahren. Doch auf halber Strecke flattert uns etwas Rotes entgegen. Kurz zuvor hatte uns XXX aus einer anderen Gruppe flott überholt. Im letzten Moment sehe ich was da flattert: Ein deutscher Reispass! Anker werfen, wie alle in der Gruppe, ich fahre fast auf meinem Vordermann auf. Zum Glück ist auch niemand über den Pass gefahren, sonst wäre die Reise für einen schon hier zu Ende gewesen. Ohne Reisepass keine Einreise nach Marokko. In der nächsten Parkbucht wartet der Unglücksraabe schon. Wieder muss jemand ein Bier ausgeben und alle schauen hektisch in ihre Taschen, ob die Reisepässe noch da sind.

Im Hafen heist es erstmal warten. Wir laufen etwas in die Touristenmeile "La Rambla" hinein. Obwohl es noch früh ist, ist hier schon der Bär los. Nach ein paar Fotos und einem Eis gehts dann auch schon wieder zurück. Im Hafen erwarten uns die nächsten Ausfälle. Eine weitere Batterie einer R1200GS ist schlapp. Null Saft, der Motor geht auch nach Starthilfe nach ein paar Metern wieder aus. Zum Glück passiert es oben auf dem Montjuïc, sodass die GS bis in den Hafen rollen kann. Also erstmal aufs Schiff schieben, hoffentlich gibt es in Marokko eine Batterie, denn Motorräder unseres Kalibers gibt es dort unten so gut wie nicht.

Im Hafen liegt schon die Excelsior der Grand Navi Velocci, einer italienischen Fährgesellschaft. Nach kurzem Check der spanischen Grenzpolizei, die sich eher für unsere Maschinen interessiert, fahren wir in den Bauch des Schiffes. Absteigen, Handgepäck mit nach oben nehmen. Wir treffen uns zunächst in der Kaffeteria, dort gibt es die Kabinenschlüssel und ein marrokanisches Einreiseformular. Zum ersten Mal denke ich, jetzt geht der Urlaub richtig los. Alles andere war nur Anfahrt. Sicher verliert man einige Zeit im Vergleich zu einer Flugreise, aber das Reisen ist ursprünglicher, man kommt seinem Ziel langsam näher.

Hier gehts weiter zu Teil 3 - Mit der Fähre nach Tanger


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Marokko 2010 - Auf nach Barcelona




Statistik des Streckenabschnitts Ebergötzen Lyon

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Statistik des Streckenabschnitts Callela Barcelona
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